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Ein Studiengang mit Tradition

Im Jahr 2014 kann die Leipziger Bibliotheks- und Informationswissenschaft auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken.
Diese begann am 12. 10. 1914 mit der Gründung der Fachschule für Bibliothektechnik und -verwaltung durch Walter Hofmann. Seitdem werden in Leipzig in ununterbrochener Folge Bibliothekare ausgebildet. Das Jubiläum wird im Oktober 2014 mit einem Kolloquium festlich begangen, das neben der Geschichte auch die aktuellen Entwicklungen im Bibliothekswesen im Blick hat und im Rahmen einer Tagung der Konferenz informations- und bibliothekswissenschaftlicher Ausbildungs- und Studiengänge stattfindet.

Schon bald nach der Gründung der Fachschule für Bibliothekstechnik und -verwaltung am 12. Oktober 1914 als Abteilung der Deutschen Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen e. V. erfolgte am 1. November 1915 die Gründung der Deutschen Bibliothekar- und Museumsbeamten-Schule (nach 1917: Deutsche Bibliothekarschule, Leipzig), die sich der Ausbildung von Bibliothekaren für den Dienst an Wissenschaftlichen Bibliotheken widmete. Das getrennte Studium für die beiden Sparten Öffentliches und Wissenschaftliches Bibliothekswesen an unterschiedlichen Ausbildungseinrichtungen bestimmte bis zur Integration des Studiengangs an der 1992 gegründeten HTWK Leipzig viele Jahrzehnte hindurch die Ausbildungssituation in den unterschiedlichen Nachfolgeeinrichtungen der beiden genannten Fachschulen. Von den Leipziger Bibliothekarschulen gingen auch wichtige Impulse für das bibliothekarische Studium an später in Köln und Stuttgart gegründeten Ausbildungseinrichtungen aus.

Die nachfolgende Chronik skizziert die wichtigsten Entwicklungen des bibliothekarischen Studiums in Leipzig. Bei weitem ausführlicher sind die relevanten Ereignisse und Entwicklungen in der zum 80-jährigen Jubiläum der bibliothekarischen Ausbildung in Leipzig erschienenen Festschrift dargestellt (vgl. Bibliothekarisches Studium in Vergangenheit und Gegenwart / hrsg. von E. Plassmann und D. Kummer. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1994, hier insbesondere die von K. Richter zusammengestellte Chronik zur bibliothekarischen Ausbildung in Leipzig, S. 15-67).

Chronik der Leipziger Bibliotheks- und Informationswissenschaft

1914     Gründung der Fachschule für Bibliothektechnik und -verwaltung als Abteilung der von Walter Hofmann geleiteten Deutschen Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen e.V. Studienleiterin wird Elise Hofmann-Bosse.

1915     Gründung der Deutschen Bibliothekar- und Museumsbeamten-Schule unter der Leitung von Dr. Albert Schramm, dem Direktor des Deutschen Buchgewerbe- und Schriftmuseums.

1917     Die Deutsche Bibliothekar- und Museumsbeamten-Schule wird in "Deutsche Bibliothekarschule, Leipzig" umbenannt.

1921     Die Fachschule für Bibliothektechnik und -verwaltung wird in "Deutsche Volksbüchereischule" umbenannt.

1928     Die Absolventin der Deutschen Volksbüchereischule Leipzig Dr. Maria Steinhoff übernimmt die Leitung der in Köln gegründeten Westdeutschen Büchereischule. Ein Teil des Studiums und das Diplomexamen absolvieren die Kölner Studierenden in Leipzig.

1933     Walter Hofmann löst Elise Hofmann-Bosse, die von ihrem Amt zurücktreten muss, als Studienleiter der Deutschen Volksbüchereischule ab.

1934     Dr. Albert Schramm wird in der Leitung der Deutschen Bibliothekarschule, Leipzig, abgelöst.

1936     Walter Hofmann legt die Leitung der Deutschen Volksbüchereischule nieder.

1940     Das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung liquidiert die Deutsche Bibliothekarschule, Leipzig. Ihr wird die theoretische, dem Buchmuseum die praktische Ausbildung für den Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken entzogen.

1942     Die Deutsche Volksbüchereischule wird in "Büchereischule der Reichsmessestadt Leipzig, Fachschule für öffentliche und verwandte Büchereien" umbenannt und in das Eigentum der Stadt überführt. Dr. Luise Kolb, seit 1939 Dozentin an der Deutschen Volksbüchereischule übernimmt die kommissarische Leitung der in Stuttgart gegründeten Büchereifachschule.

1945     Die Büchereischule der Reichsmessestadt Leipzig wird im März nach Abnahme der letzten Examina geschlossen. In Jena wird im Oktober eine Universitätslehranstalt für Buch- und Bibliothekswesen eröffnet, deren Ausbildung später in die Leipziger Fachschule überführt wird.

1946     Die Deutsche Volksbüchereischule wird im Februar wiedereröffnet.

1947     Die "Vorläufige Prüfungsordnung für den wissenschaftlichen Bibliotheksdienst in der sowjetischen Besatzungszone" macht die Deutsche Bücherei zur Ausbildungsbibliothek und Prüfungsstelle.

1954     Die in Berlin neugegründete Fachschule für Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken richtet in der Deutschen Bücherei in Leipzig eine Außenstelle ein, die im Folgejahr selbständig wird. Die zwischenzeitlich in Bibliothekarschule Leipzig umbenannte Deutsche Volksbüchereischule erhält den Namen "Fachschule für Bibliothekare - Erich Weinert - ".

1960     Die Fachschule "Erich Weinert" richtet einen Fernstudiengang für Bibliothekare an allgemeinbildenden Bibliotheken mit Außenstellen in Rostock, Berlin, Erfurt und Dresden ein.

1970     Die Fachschule für Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken Leipzig wird in "Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen Leipzig" umbenannt.

1985     Die Fachschule für Bibliothekare "Erich Weinert" fusioniert mit der Fachschule für Buchhändler Leipzig (gegründet 1957) und bezieht ein neues Gebäude in Leipzig-Schönefeld.

1990     Mit der Konstituierung der neuen Bundesländer wird der Freistaat Sachsen Träger der bibliothekarischen Fachschulen in Leipzig.

1991     Die Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen Leipzig zieht in das Gebäude der Fachschule für Bibliothekare und Buchhändler ein. Prof. Dr. Engelbert Plassmann wird als Gründungsdekan des künftigen Fachbereichs Buch und Museum der HTWK Leipzig berufen.

1992     Mit der Gründung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (FH) wird am Fachbereich Buch und Museum der HTWK ein Diplomstudiengang Bibliothekswesen mit den Studienrichtungen "Öffentliches Bibliothekswesen" und "Wissenschaftliches Bibliothekswesen" eingerichtet.

2000     Der 1992 eingerichtete spartenübergreifende Diplomstudiengang Bibliothekswesen wird inhaltlich reformiert und vollständig modularisiert. An die Stelle der bisherigen zwei Studienrichtungen treten im neuen Studiengang "Bibliotheks- und Informationswissenschaft" sechs wählbare Studienschwerpunkte.

2006     Die Fachbereiche Buch und Museum sowie Polygrafische Technik werden an der HTWK Leipzig zum neuen "Fachbereich Medien" fusioniert.

2008     Der modularisierte Diplomstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft wird durch die gestuften Studiengänge Bachelor und Master abgelöst. Die neuen Studien- und Prüfungsordnungen für den Bachelor- und Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der HTWK Leipzig treten zum 11. Februar 2008 in Kraft.

Letzte Änderung: 15.5.2014
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