Nachtaktivitäten
Die jährliche Museumsnacht in Leipzig (seit 2009 zeitgleich in Halle und Leipzig) und das hochschuleigene Automatikmuseum bieten den Museologie-Studierenden die einzigartige Gelegenheit, eine Intervention in der Dauerausstellung zu realisieren – zwischen 300 und 600 Gästen schauen bei dieser Abendveranstaltung herein. Das Jahresmotto der Museumsnacht bietet jeweils einen Gedankenanstoß zum Konzept. Grundanliegen ist, auf das Automatikmuseum, den Studiengang Museologie oder die HTWK Leipzig aufmerksam zu machen; Konzeptphase, Realisierung und Selbstkritik dieses kleinen Projekts verdeutlichen, wie Event-Bausteine als Öffentlichkeitsarbeit funktionieren können.
Unter dem Motto „Transit“ fand 2006 eine familienfreundliche Expedition durch Rechentechniken verschiedener Zeitalter und Kontinente statt – die Computertechnik in der Dauerausstellung traf so auf den Abakus oder das Dreizehn-Knoten-Band zum Ausprobieren.
Eindrücke individueller
Sammelleidenschaften vermittelte „Privat! Was sammelt Leipzig?“ (2008). Passend zur Automatisierungsthematik war die Präsentation „Aufgeweckte Technik – Kaffeezubereitung in der DDR“ mit einer erstaunlichen technischen Vielfalt zu bestaunen.
Das „Gemischte Doppel“ (2009) sollte Bezüge zwischen Leipzig und Halle schaffen. Das Programm „Bitte Dampf ablassen!“ machte einerseits auf einzelne Exponate wie den Fliehkraftregler im Automatikmuseum aufmerksam, andererseits boten Papier schneidende oder Fingernägel polierende Miniaturdampfmaschinen interessante gedankliche Brücken zum DB-Eisenbahnmuseum in Halle.
„Schöne Nachbarin“ (2010) inspirierte zu „Vermisst! Der Fall der schönen Nachbarin“, wieder einem familienfreundlichen Programm mit der spannenden Spurensuche nach dem Namen einer aus Leipzig stammenden Filmschauspielerin, die auch in einem Edgar-Wallace-Kriminalfilm als Hauptdarstellerin zu bewundern war – als Mörder-Duo verkleidete Studenten machten sich derweil im Straßenraum auf Publikumssuche.
2011 griff „Heimliche Liebe – unheimliche Technik“ das Motto „Heimliche Liebe“ auf und beleuchtete das unterschiedliche Interesse der beiden Geschlechter für diese Phänomene mit kurzweiligen, in die Dauerausstellung eingestreuten Zitaten aus Benimmbüchern.
Das Motto „nachtaktiv“ (2012) regte an, den Blick auf die Entlastung des Menschen durch Automatisierung zu lenken, die aber nur gelingt, wenn einige „nachtaktive“ Menschen die Steuerungstechnik rund um die Uhr kontrollieren und Fehler umgehend abstellen – „Kontrollgang 24/7“ inspizierte diesen Sachverhalt.
